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Kleines Seefahrer Lexikon – Begriffe kurz erklärt

In diesem kleinen „Seefahrer Lexikon“ möchte ich Dir die wichtigsten „maritimen“ Begriffe erklären. Erstkreuzfahrer fallen oft auf, weil sie z. B. von „… unserem Zimmer auf der 5ten Etage…“ sprechen. Der „Profi“ hingegen wohnt in einer „Kabine auf Deck 5“ … ;-) 

Ich werde diese Seite stetig erweitern. Du kannst mir gerne Vorschläge zu neuen Einträgen zukommen lassen. Falls mir irgendwo ein Fehler unterlaufen ist oder die Erklärung nicht klar genug sein sollte, lass es mich bitte auch wissen. Nichts ist so gut, als dass man es nicht noch verbessern könnte… ;-)

Anker / ankern

Ein Anker ist einfach gesagt ein schweres Metallgebilde mit Haken, welches an einer Kette auf den Meeresgrund heruntergelassen wird. Auf diese Weise fixiert man das Schiff an einer bestimmten Position. Das weiß aber ja noch fast jeder… ;-)

Weniger bekannt hingegen ist, dass nicht der Anker das Schiff in Position hält, sondern die Ankerkette: Der Anker alleine wäre viel zu leicht, um ein großes Schiff halten zu können. Deshalb wird viel mehr Kette ins Wasser gelassen, als für das Berühren des Meeresgrundes nötig wäre. Das Gewicht der Kette hält also das Schiff und nicht der Anker.  

Backbord / Steuerbord

Steuerbord = in Fahrtrichtung rechts = grünes Positionslicht
Backbord = in Fahrtrichtung links = rotes Positionslicht

Wie merkt man sich das?
Einfach Steuerbord = rechts merken –  das „andere“ ist dann links… ;-)

  • Mit der RECHTEN Hand hält man das STEUER. Die meisten zumindest… ;-) 
  • SteueRbord = Rechts
  • Bei der Seefahrer Nation der Briten ist das Steuer im Auto auf der rechten Seiten.

Brücke / Brückennock

Den „Kommandostand“ eines Schiffes bezeichnet man als „Brücke“. Von dort aus steuert der Kapitän mit seinem Team das Schiff. Die Brücke erstreckt sich über die gesamte Breite des Schiffes und darüber hinaus. Während die AIDAprima z. B. rund 38 Meter breit ist, kommt die Brück auf etwa 50 Meter. An den äußersten Enden der Brücke befinden sich die sogenannten Nocks. Von diesen Stellen aus kann z. B. der Kapitän die volle Länge des Schiffs überblicken und auch das Schiff steuern. Vor allem bei Manövern im Hafen ist das sehr wichtig. Besichtigen kann man die Brücke aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr.

Brückennock

Bug & Heck

Als Bug bezeichnet man den vorderen Teil des Schiffes. Das Heck ist der hintere Teil. Merken kann man sich das z. B. so:

Bug ist vorne, weil B vorne im Alphabet steht.
Heck ist Hinten.

CLIA

CLIA steht für „Cruise Lines International Association“. Das ist der weltweit größte Verband der Kreuzfahrtindustrie. Es gibt auch eine Niederlassung in Deutschland (Hamburg). 14 auf dem deutschen Markt aktive Reedereien sind Mitglied in dem Verband. Die Webseite der deutschen Vertretung findest Du hier:  „CLIA Deutschland –
die deutsche Stimme der Kreuzfahrtindustrie“

Crew / Crewbereiche

Die Besatzung eines Schiffes wird auch als Crew bezeichnet. Crewbereiche sind also Abteilungen des Schiffes, zu denen ausschließlich Besatzungsmitglieder Zugang haben. Dazu gehören auch die unteren Decks. Dort befinden sich z. B. die Unterkünfte der Besatzung, die Crew-Bar, die Crew-Messe (= Speise- und Aufenthaltsraum), die Lagerräume, die Bordwäscherei, etc. 

Deck / Deck 13

Die Etagen eines Schiffes werden als Decks bezeichnet. Wenn Dich irgendjemand auf Deck 13 schicken will, versucht er Dich zu vereumeln: Ein Deck 13 gibt es nämlich nicht. Manche sagen, das hätte etwas mit Aberglauben zu tun. Ein Kapitän hingegen hat das mal so erklärt: „Deck 13 gibt es nicht, damit man schneller von Deck 12 auf Deck 14 kommt!“ ;-) 

Zu den unteren Decks (z. B. Deck 1 und 2) hat nur die Crew (= Besatzung) Zugang. Siehe auch Crew / Crewbereiche.

Heck

Der hintere Teil des Schiffes, siehe oben unter  „Bug und Heck“.

Kabine

Die „Zimmer“ auf den Schiffen werden als Kabinen bezeichnet. Es gibt verschiedene Kabinenkategorien, wie z. B. Innenkabinen, Außenkabinen, Balkonkabinen, Suiten, …

Kai / Kaimauer

Die Anlegestellen der Schiffe im Hafen bezeichnet man als Kai / Kaimauer. Dies sind oft mehrere hundert Meter lange Bauwerke, an denen das Schiff fest gemacht werden kann. Dazu sind im Mauerwerk Poller oder Ringe (meist aus Metall) eingelassen, an denen das Schiff mit Tauen (spezielle, richtig dicke Seile) fixiert wird. 

Schiff an der Kaimauer

Knoten (Einheit)

Ein Knoten entspricht einer Seemeile pro Stunde, es ist also ein Geschwindigkeitsmaß. Umgerechnet sind das 1,852 km/h oder ca. 0,51 Meter pro Sekunde.

Kombüse

Auf Schiffen allgemein wird die Küche als Kombüse bezeichnet. Auf Kreuzfahrtschiffen habe ich den Begriff allerdings bisher noch nicht gehört. Unter einer Kombüse stellen sich viele eher einen kleinen Raum vor, wo ein einzelner „Smut“ (= Koch) auf 3 Quadratmetern für 50 Matrosen die Mahlzeiten improvisiert… ;-) Auf Kreuzfahrtschiffen hat man hingegen ausgewachsene Großküchenanlagen, für die die Bezeichnung „Kombüse“ meiner Meinung nach nicht wirklich passt… ;-) 

Musterstation

Die Musterstation ist der Sammelpunkt, an dem Du Dich bei einer Evakuierung einzufinden hast. Ausführlichere Infos findest Du im Beitrag „Musterstation“.

Rollen

Als „rollen“ bezeichnet man das Schaukeln des Schiffes bei Seegang zur Seite, also von rechts nach links und umgekehrt. Diese Bewegung kann durch die Stabilisatoren (siehe Punkt Stabilisatoren) vermindert werden. 

Seemeile / nautische Meile

Eine Seemeile misst genau 1852 Meter. Der Ursprung liegt in der Ableitung einer Winkelminute, also 1/60 Breitengrad (=1852,216 Meter) – daher die krumme Zahl.

Die Unterscheidung zur „Landmeile“ ist wichtig, denn: Eine „amerikanische“ „mile“ misst nur 1609,3472 Meter, ist also deutlich kürzer. 

Seenotrettungsübung

Das ist die einzige Pflichtveranstaltung an Bord. Vor dem ersten Auslaufen wird die Evakuierung des Schiffes geübt. Man lernt u. a. , wie man die Rettungsweste anlegt, bei welchem Sammelpunkt (=> Musterstation) man sich einfinden muss und bekommt weitere Sicherheitshinweise. Dauert ca. 30 bis 45 Minuten. Ausführliche Infos findest Du im Beitrag „AIDA Seenotrettungsübung“.

Seekrankheit

Üble Sache, FALLS man doch mal davon betroffen sein sollte: Manchen Menschen wird übelst übel, wenn das Schiff an zu schaukeln fängt. Nach meiner persönlichen Erfahrung haben aber relativ wenige Gäste wirklich ein Problem damit. Außerdem gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten. Ist ein sehr umfangreiches Thema, mehr Infos findest Du in der Beitragsreihe „Seekrankheit“.

Segelfläche

Auch ein Kreuzfahrtschiff OHNE Segel hat „Segelfläche“ – teilweise sogar viel mehr, als die größten Segelschiffe. Die „Preußen“ (5-Mast-Vollschiff, 1902 bis 1910) hatte z. B. ca. 6.800 Quadratmeter Segelfläche. Das Luxus-Kreuzfahrtschiff „Royal Clipper“ kommt auf 5050 Quadratmeter. Die AIDAprima hingegen hat eine „Seegelfläche“ von etwa 12.500 (!!) Quadratmetern. Eigentlich müsste man das aber eher als „Windangriffsfläche“ bezeichnen. Denn gemeint ist in diesem Fall die Fläche des Schiffes, die aus dem Wasser ragt und gegen die der Wind drücken kann. Und das sind bei den großen Kreuzfahrtschiffen mehr Quadratmeter, als bei jedem Segelschiff … ;-) 

Stampfen

Als „stampfen“ bezeichnet man das Schaukeln des Schiffes bei Seegang von vorne nach hinten und umgekehrt (das Auf und Ab von Bug und Heck wie bei einer Wippe). 

Tendern

In manchen Häfen (siehe „Reedehäfen“) kann das Schiff nicht direkt anlegen sondern muss ankern. Mit den Rettungsbooten wird dann ein Pendelverkehr eingerichtet, mit dem die Gäste vom Schiff an Land und wieder zurück gebracht werden. Das nennt man dann „tendern“.  Ein Boot für den Transfer von Passagieren an bzw. von Land wird als Tenderboot bezeichnet. Daher kommt der Begriff. Unter diesen Umständen macht das Mitfahren in einem Rettungsboot wirklich Spaß… ;-) 

Tenderboot im Geiranger Fjord

Stabilisatoren

Die Stabilisatoren mindern die Schiffsbewegungen (das Rollen des Schiffes = schaukeln von rechts nach links und umgekehrt). Kreuzfahrtschiffe haben in der Regel sogenannte Flossenstabilisatoren. Das sind eine Art Flügel, die unter der Wasseroberfläche seitlich ausgefahren werden können. Bei der AIDAprima sind die Dinger ca. 7 Meter lang und vermindern das Rollen um etwa 50%. Auf das Rollen des Schiffes (Auf und Ab von Bug un Heck) habe sie keinen Einfluss.

Reedehafen / Auf Reede liegen

In manchen Häfen kann das Schiff nicht direkt an einer Kaimauer festmachen, weil dort kein Liegeplatz mehr frei ist oder auch weil das Schiff ganz einfach zu groß für die Hafenanlage wäre. In solchen Fällen ankert das Schiff VOR dem eigentlichen Hafen – es liegt „auf Reede“. Man kann trotzdem an Bord gehen, denn es wird ein Pendelverkehr mit den Rettungsbooten (=> „Tendern“) eingerichtet. Im AIDA Katalog z. B. werden solche Häfen mit einem Ankersymbol gekennzeichnet.

Kreuzfahrtschiff auf Reede im Geiranger Fjord

Windstärke

Die Windstärke nach der Beaufortskala wird in 13 Bereiche aufgeteilt:

0 = Windstill (0 – 1 km/h)
1 = leichter Zug (1 – 5 km/h)
2 = leichte Brise (6 – 11 km/h)
3 = schwache Brise (12 – 19 km/h)
4 = mäßige Brise (20 – 28 km/h)
5 = frische Brise (29 – 38 km/h)
6 = starker Wind (39 – 49 km/h) => grobe See
7 = steifer Wind (50 – 61 km/h) ) => sehr grobe See
8 = stürmischer Wind (62 – 74 km/h) => mäßig hohe See
9 = Sturm (75 – 88 km/h) => hohe See
10 = schwerer Sturm (89 – 102 km/h) => sehr hohe See
11 = orkanartiger Sturm (103 – 117 km/h) => schwere See
12 = Orkan (> 117 km/h) => Armageddon… ;-)

Unser „Rekord“ liegt derzeit bei Windstärke 8 vor Norwegen… ;-)

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