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Nautische Stunde auf AIDAprima

Die nautische Stunde gehört für mich persönlich zu den Veranstaltungen an Bord, die man auf keinen Fall versäumen sollte:

Hier hat man die Gelegenheit, Fragen an die Offiziere und oft auch an den Kapitän persönlich zu stellen. In der Regel wird zunächst das jeweilige Schiff mit seinen technischen Daten vorgestellt. Außerdem erfährt man z. B., wie man nautischer Offizier wird. Anschließend wird die Fragerunde eröffnet. Bei Kurzreisen unter einer Woche gibt es nach meiner Erfahrung leider keine nautische Stunde.

Auf der AIDAprima war im März 2017 in der nautischen Stunde unter anderem folgendes zu erfahren:

  • Die AIDAprima hat eine „Segelfläche“ (bzw. Windangriffsfläche) von ca. 12.500 Quadratmetern. Segel hat das Schiff zwar keine, aber es ist ca. 300 Meter lang und ragt bis zu 54 Meter aus dem Wasser. Damit hat der Wind wesentlich mehr Fläche zum Gegendrücken, als jedes Segelschiff. Zum Vergleich: Die Gorch Fock kommt auf gerade mal 2.300 Quadratmeter!
  • In der AIDAprima sind etwa 120.000 Sensoren verbaut, die im Safety Center überwacht werden.
  • An der Brücke ist das Schiff fast 50 Meter breit.
  • Es gibt zwei Ankerketten mit 12 bzw. 13 Längen („Schäkel“) je ca. 27 Meter. Das Gewicht der Kette hält das Schiff. Der Anker selbst wäre dafür viel zu leicht.
  • Der „Bremsweg“ (Stopweg) der AIDAprima beträgt 1.000 Meter, was 3 Schiffslängen entspricht.
  • 4 bis 5 Meter unter der Wasseroberfläche befinden sich die 7 Meter langen Stabilisatoren. Diese vermindern das Rollen (also das Schaukeln des Schiffes von rechts nach links) um etwa 50% und sind bei jedem Wetter einsetzbar.

    Im Video sieht man nicht die AIDAprima, bekommt aber eine gute Vorstellung davon, wie diese Art von Stabilisatoren funktionieren.

  • Dank der MALS (Mitsubishi Air Lubrication System) Technologie gleitet das Schiff auf einem Teppich aus Luftblasen und spart dadurch 5 bis 10% Treibstoff. Die Luftblasen vermindern den Reibungswiderstand. Soweit ich weiß ist die AIDAprima das erste Kreuzfahrtschiff, bei dem diese Technik zum Einsatz kommt.

    Im Video von Mitsubishi sieht man sehr gut, wie man sich das vorzustellen hat.

  • An Bord waren 3588 Gäste und 938 Crewmitglieder, also zusammen 4526 Personen. Außerdem 6 der Pepper-Roboter… ;-)
  • Es gibt 14 Rettungsboote für je 313 Personen. Dort finden also 4382 Personen Platz. Zusätzlich sind 24 Rettungsinseln für je 101 Personen an Bord und zwei schnelle Bereitschaftsboote. Die Gesamt Kapazität der Rettungsmittel beträgt 6818 Personen.
  • Der Kapitän hat 8 Wochen Dienst und dann 8 Wochen frei. Die Crew ist teilweise bis zu 10 Monate am Stück an Bord.
  • Die neuen Schiffe der Helios-Klasse werden etwa 30 Meter länger und 5 Meter breiten als die AIDAprima sein und 5.000 bis 6.000 Gäste aufnehmen können.
  • Seit Herbst 2016 kann die AIDAprima in allen Häfen mit LNG (Flüssiggas) betrieben werden. Dadurch werden erheblich weniger Schadstoffe ausgestoßen. Allerdings ist die Verwendung von LNG nicht an allen Liegeplätzen genehmigt.
  • Proviant wird einmal pro Woche in Rotterdam aufgenommen. Außerdem ist das ein Wechselhafen (Gäste steigen zu und wieder ab). Rotterdam MUSS also angefahren werden. Notfalls muss ein anderer Hafen ausfallen, wenn z. B. Witterungsbedingt ein Einlaufen in Rotterdam zum geplanten Termin fraglich wäre.

Fazit zur nautischen Stunde

Hingehen lohnt sich! Vor allem die Fragen der Gäste sind oft sehr interessant und nicht selten gibt es Antworten mit einer gehörigen Portion Humor. So wollte ein Gast z. B. wissen, warum es eigentlich kein „Deck 13“ gibt: „Ist doch ganz einfach: Damit man schneller von Deck 12 auf Deck 14 kommt…“ ;-)