Danzig auf eigene Faust – Sehenswürdigkeiten, Ausflüge & mehr

Danzig (auf Polnisch: Gdańsk) liegt an der polnischen Ostseeküste, am südlichen Ende der Danziger Bucht. Mit ca. einer halben Million Einwohnern ist die Stadt auf Platz sechs der bevölkerungsreichsten Städte Polens. Da Danzig eine ehemalige Hansestadt ist, hat die Seefahrt und der Hafen einen besonderen historischen Stellenwert. Auch heute noch ist die Stadt der wichtigste Seehafen des Landes! In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über den Kreuzfahrthafen Danzig und bekommst einen Überblick über die interessantesten Sehenswürdigkeiten.

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Kreuzfahrthafen Danzig (MM)

Danzig bildet mit den Städten Sopot und Gdynia eine weitläufige Metropolregion in der Danziger Bucht. Dies hat Vor- und Nachteile. Einerseits hat die Region durch die hohe Bevölkerungsdichte und den wichtigen Industriehafen, der viele Arbeitskräfte anzieht, ein breites kulturelles Angebot. Andererseits verteilt sich die Hafen-Infrastruktur ebenfalls auf eine weite Fläche, sodass man leider z.T. weite Strecken bis zur Innenstadt von Danzig zurücklegen muss.

Kleinere Kreuzfahrtschiffe legen häufiger im neuen Hafen direkt in Danzig an. Hier befinden sich der „Obrońców Westerplatte Quay“, der „Oliwskie Quay“ und der „WOC II Quay“Größere Schiffe legen im Hafen von Gdynia an, ca. 40min nordwestlich von der Danziger Altstadt. Meist wird hier der Anleger „Francuskie Quay“ angefahren, der ca. 15 min Fußmarsch vom Zentrum von Gdynia entfernt ist.

Kreuzfahrtanleger im neuen Hafen von Danzig

Die oben genannten Anleger „Oliwskie Quay“, „Obrońców Westerplatte Quay“ und „WOC II Quay“ liegen im neuen Hafen von Danzig, wobei ersterer der wichtigste Kreuzfahrtanleger ist. Der Hafen ist ca. 8km von der Altstadt entfernt, sodass die Strecke in ca. 15min mit dem Taxi zurückzulegen ist.

Es gibt auch eine ÖPNV-Anbindung, allerdings benötigt man mit dem Bus oder (im Falle des Oliwskie Quays) mit der Straßenbahn Nummer 10 ca. 40-60min bis zur Altstadt! Manche Reedereien bieten auch zubuchbare Shuttles an.

Der Hafen selbst ist nicht sonderlich interessant. Highlights im Areal sind das Westerplatte-Monument und die schöne Festung Wisłoujście. Einen guten Überblick über die Anlegestellen bekommst man auf dem Foto der weiter unten verlinkten Website.

Anschrift Oliwskie Quay:

Oliwska 21/23, 80-563 Danzig, Polen

Mehr Infos & Links:

Weitere Infos zu den „Obrońców Westerplatte Quay“ und „WOC II Quay“ Anlegern sowie zum Transport in die Innenstadt findest du hier (Englisch): Infos Anleger

Kreuzfahrtanleger „Francuskie Quay“ in Gdynia

Dieser Anleger bietet ausreichend Platz für moderne und besonders große Kreuzfahrtschiffe. Er befindet sich mitten im Industriehafen von Gdynia, sodass es hier keine touristische Infrastruktur oder einen Terminal gibt. Leider ist der Anleger weit von der Innenstadt von Danzig entfernt, weswegen sich die Buchung eines Shuttles (ca. 8€ pro Person, Stand Juli 2021) oder das Taxi als Fortbewegungsmittel anbieten. Die Fahrt dauert ca. 40min, Taxis kosten für die Strecke ca. 20-25€.

Der Anleger ist ca. 15-20 min Fußmarsch vom Hauptbahnhof Gdynias entfernt. Von hier kann ein Regionalzug nach Danzig genommen werden (ca. 25-40 min Fahrtdauer, je nach Zug). Vom Danziger Hauptbahnhof sind es erneut ca. 10 min Fußmarsch bis in die Altstadt. Insgesamt dauert die Fahrt mit dem ÖPNV also ca. 1 h bis 1 h 15 min. In der Nähe des Anlegers befindet sich übrigens das Auswanderermuseum!

Anschrift:

Polska 1, 81-001 Gdynia, Polen

Tipp von Daniel: Karte anschauen!

Weiter unten auf dieser Seite findest Du eine umfangreiche Karte von Danzig, auf der alle Kreuzfahrtanleger und Sehenswürdigkeiten etc. eingetragen sind. Damit kannst Du Dir sehr schnell einen Überblick verschaffen und Deinen Aufenthalt leichter planen. 

Hop On Hop Off  Danzig (MM)

Auch in Danzig gibt es die weltberühmten roten Hop-on-Hop-off Busse. Es werden Tickets für 24, 48 und 72 hangeboten. Insgesamt werden 12 Stopps auf 2 verschiedenen Routen angeboten, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Danzigs „abklappern“. Wer die Routen ohne Ein-und Aussteigen abfahren möchte benötigt ca. 90 min für die gesamte Strecke.

ABER: Die Bewertungen auf Tripadvisor sind eher mau! Allerdings wird immer wieder kommentiert, dass es mehrere ähnlich aussehende Busunternehmen in Danzig gebe und die Nutzer eventuell ein falsches Busunternehmen bewerten würden…dies ist natürlich schwer zu überprüfen. Fakt ist aber, dass die Tickets mit 27€ für 24h sehr teuer sind und die Fahrtzeiten mit ca. 10:30 bis 15:30 auch nur einen Bruchteil des Tages abdecken…also nichts für Frühaufsteher oder Nachteulen! Ebenfalls negativ zu bewerten ist die Frequenz: 155min (also 2,5 h!) Wartezeit bis zum nächsten Bus sind für viele Stopps viel zu lang! Insgesamt würde ich die Nutzung also nicht unbedingt empfehlen. Besser nutzt man einfach den ÖPNV um von Ort zu Ort zu gelangen.

 Tickets und mehr Informationen zu den Haltestellen findest du hier: Tickets Hop on Hop off

Danzig auf eigene Faust – Sehenswürdigkeiten und mehr (MM)

Die Stadt Danzig ist bereits über tausend Jahre alt und zählte zu Zeiten der Hanse zu den reichsten Häfen Nordeuropas. Im Zweiten Weltkrieg wurden leider viele Gebäude aus dieser glorreichen Zeit zerstört. Zum Glück haben die Danziger sich damals jedoch entschieden, die Altstadt im Stil des 16. Jahrhunderts neu zu erbauen, sodass trotz der massiven Zerstörung ordentlich Mittelalter-Flair aufkommt! Im folgenden Teil des Artikels erfährst du, was du dir in Danzig nicht entgehen lassen darfst!

Danzig Sehenswürdigkeiten (MM)

Wie oben bereits angedeutet hat Danzig eine sehr lange Stadtgeschichte mit Phasen des Wohlstands, aber auch des Krieges und des Aufstandes hinter sich. Im Mittelalter gehörte die Stadt zum Königreich Polen, wobei der damals sehr reichen Stadt relativ viel Autonomie zugesprochen wurde.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Danzig dann immer wieder mal zu Preußen, unterbrochen von Zeiten als freier Stadtstaat. 1939 marschierten die Deutschen zum letzten Mal ein und besetzten die Stadt bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Während der Besetzung wurden viele polnische Juden und Jüdinnen deportiert und ermordet. Nach 1945 fiel Danzig wieder an Polen und unterlag bis in die 80er einer kommunistischen Herrschaft. Beendet wurde letztere vor allem durch große Gewerkschaftsstreiks der „Solidarność“ unter der Führung von Lech Wałęsa.

So, das war ein unerwarteter Ausflug in die Geschichte Danzigs! Allerdings ergeben sich aus ihr fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, sodass ein kleiner Überblick zu Beginn sicherlich nicht schaden konnte.

Wer sich für das Schicksal Danzigs während des Zweiten Weltkrieges interessiert, besucht am besten das Museum of The Second World War (Polnisch: Muzeum II Wojny Swiatowej), das mit einer beeindruckenden Architektur und einer sehr modernen Ausstellung zu den absoluten Highlights in Danzig zählt! Diejenigen, die sich eher für die neuere Geschichte der Stadt interessieren, sollten dem European Solidarity Center (Polnisch: Europejskie Centrum Solidarności) einen Besuch abstatten. In einem außergewöhnlichen Bau auf dem Gelände der ehemaligen Lenin-Werft erhält der Besucher Einblick in die Geschichte der antikommunistischen Streiks und Aufstände vor der Beendigung der kommunistischen Herrschaft und des Zerfalls des Ostblocks.

Alles zu dramatisch? Lieber in die „guten, alten“ Hansezeiten eintauchen? Kein Problem! Mittelalter-Feeling bekommt man in der wunderschönen Danziger Altstadt! Besonders bemerkenswert ist das Areal um die riesige Marienkirche, einem aus dem 14. Jahrhundert stammenden gotischen Backsteinbau. Direkt nebenan befindet sich die vergleichsweise winzige Königliche Kapelle (Polnisch: Kaplica Królewska), die mit ihrem lachsfarbenen Anstrich ein schönes Fotomotiv hergibt.

Vom Kirchplatz ausgehend gelangt man auf die „Maracka“, eine äußerst schöne, von mittelalterlichen Häusern gesäumte Gasse, über die man bis zum Fluss Motlawa und dem ebenfalls sehenswerten Frauentor gelangt. Vom Frauentor sind es nur wenige Meter bis zum historischen Krantor aus dem 15. Jahrhundert und zum Nationalen Maritimen Museum, zu dem ersteres heute gehört.

Ebenfalls sehenswert ist die Uferpromenade an der Motlawa, südlich des Frauentors. Hier befinden sich weitere mittelalterliche Stadttore, wunderschöne Kontorhäuser und das Museum der Freien Stadt Danzig. Am Grünen Tor (Polnisch: Brama Zielona) biegt man am besten zurück in die Altstadt ein und gelangt auf den „Dlugi Targ“, den alten Marktplatz. Dieser ist gesäumt von beeindruckenden Häusern, wie dem Artushof aus dem 14. Jahrhundert, und dem Rathaus, das von Innen besichtigt und dessen Turm für einen tollen Ausblick auf Danzig bestiegen werden kann. Außerdem findet man hier viele Restaurants, Skulpturen und den berühmten Neptun-Brunnen. Architektonisch sehenswert sind außerdem noch das nahe gelegene Zeughaus und der Hof der St.-Georg-Schützenbruderschaft (Polnisch: Dwór Bractwa św. Jerzego).

Essen & Trinken in Danzig (MM)

Natürlich gibt es in Danzig jede Menge internationale Küche…von Pizza bis Steak findet man hier alles. ABER: Auch die polnische Küche hat viel zu bieten und sollte unbedingt gekostet werden! Häufig verwendete Zutaten wie Kohl, Schweinefleisch, Rote Beete, Sauerkraut, Dill und Sauerrahm lassen an eine Mischung aus bayrischer und russischer Küche denken!

Besonders beliebt sind die allseits beliebten „Pierogi“, die es mittlerweile in süß und herzhaft zu kaufen gibt. Dabei handelt es sich um kleine Teigtaschen, die traditionell mit Fleisch, Kohl oder Pilzen gefüllt werden. Heutzutage bekommt man auch luxuriöse Varianten mit Kaviar- oder Trüffelfüllung. Ebenfalls sehr beliebt sind Gulasch, „Golabki“ (eine Art Kohlroulade), süße Kartoffelpuffer(auf Polnisch: „Placki Ziemniaczane“) und „Szarlotka“ (eine Art Apfelkuchen, ähnlich dem amerikanischen Apple Pie). Polnische Küche bekommt man z.B. im Restaurant Kubicki.

Danzig mit Kids (MM)

Danzig hat natürlich auch etwas für die Kleinen zu bieten! Einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und den Hafen, gepaart mit etwas Adrenalin, bekommt man auf dem Riesenrad AmberSky, das nördlich der Baltischen Philharmonie (übrigens auch ein schönes Gebäude) zu finden ist. Die Gondeln sind geschlossen, sodass eine Fahrt auch bei Regenwetter möglich ist und auch die kleinen Kids sicher mitfahren können.

Ebenfalls für Kinder geeignet ist das Wissenschaftsmuseum Hevelianum. Hier können die Kleinen viele Experimente selbst ausprobieren und so spielerisch Naturphänomene und Technik erleben und erlernen. Außerdem hat man von hier einen tollen Panoramablick auf die Danziger Altstadt! Ansonsten bieten sich auch eine Motlawa-Bootsrundfahrt oder ein Tag am Strand an (siehe unten)!

Danzig Strand (MM)

In der Nähe von Danzig gibt es auch ein paar schöne Sandstrände. Zu den beliebtesten zählen der Brzezno Strand und der Sobieszewo Strand, wobei ersterer mit der Lage in der Nähe des neuen Hafens und letzterer vor allem mit weniger Touristen und Naturbelassenheit punkten kann. Von Gdynia ist der Strand von Sopotam schnellsten zu erreichen.

Karte von Danzig (MM & DF)

Verbesserungsvorschlag / Neuen Ort von Interesse vorschlagen (DF)

Was fehlt noch auf der Karte? Du hast einen Fehler gefunden oder noch einen Tipp, was man sich unbedingt anschauen sollte? Hier kannst Du weitere Einträge und Änderungen für die Karte vorschlagen. Wir schauen uns Deinen Vorschlag gerne an und werden die Karte dann ggf. ergänzen:

Danzig Basics

Land:
Polen

v

Sprache:
Polnisch

Zeitzone:
UTC +1
(Deutschland = UTC +1)

Währung:
Zloty

Göteborg auf Wikipedia:
Danzig Wikipedia

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Die Autorin (MM)

Hallo, ich bin May ...

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May Müller – eine Autorin stellt sich vor

Autorenkürzel (MM) = May Müller

Foto von May Müller